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Wahrgewordenes Klischee zum Beispiel ist, dass sie als Mischlingskind in Portland bei der alleinerziehenden Mutter aufwuchs. Zufall war, dass sie 1999 in das Klassenzimmer eines Musiklehrers spazierte, gelangweilt von all ihren anderen Fächern. Doch der neue Kontrabass, den sie dort fand, tat es ihr an. Der Lehrer brachte ihr ein paar einfache Griffe bei, und schon spielte sie eine gute Stunde vor sich hin. Das Ergebnis war, nach Esperanza Spaldings eigener Aussage, eine „Blase so groß wie eine Traube“ - und eine bis heute ungebrochene Liebe zu dem neuen Instrument. Und das kam unerwartet, denn zuvor hatte sie jahrelang Violine gelernt, was ihr aber „nie so wirklich gefallen“ hatte.
Was folgte, war der Abgang von der Highschool – auch das schon fast wieder ein Hollywood-Klischee. Trotzdem belegte sie, mit 16, Kurse an der Portland State University. Dort wurde ihr enormes Talent erkannt, sie bekam ein Stipendium für das weltberühmte Berklee College of Music in Boston, marschierte in nur drei Jahren durch das Studium und wurde direkt im Anschluss, mit 20 Jahren, zur bis dahin jüngsten Dozentin der Universität. „Ihnen gefiel die Vorstellung einer Lehrerin, die so alt war wie die meisten der Studenten“, so Spalding. „Jemand, der nicht in der Umgebung der Universität gereift war, sondern tatsächlich in der Welt da draußen gespielt hatte und der mit den Studenten über die realistischen Aspekte sprechen konnte, jung zu sein und sich eine Karriere aufzubauen.“
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